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Recht / Arbeits-/Sozialrecht 
Donnerstag, 06.08.2020

Zum Anspruch auf Sportrollstuhl für Erwachsenen als Eingliederungshilfe

Das Sozialgericht Mannheim entschied, dass der Sozialhilfeträger verpflichtet ist, einen Querschnittsgelähmten mit einem Sportrollstuhl zu versorgen, damit dieser am Vereinssport teilnehmen kann (Az. S 9 SO 1824/19).

Im vorliegenden Fall war der Kläger wegen einer Querschnittslähmung, welche die unteren Extremitäten betrifft, schwerbehindert. Er befand sich in einer Ausbildung zum Erzieher und bezog Arbeitslosengeld II. Die gesetzliche Krankenversicherung versorgte ihn mit einem Alltagsrollstuhl. Von der Krankenkasse begehrte er einen Sportrollstuhl, um am Reha-, Freizeit- und Breitensport teilnehmen zu können, was ihm ärztlich verordnet wurde. Die Krankenkasse leitete den Antrag an den Sozialhilfeträger weiter. Diese lehnte den Antrag ab.

Das SG Mannheim gab dem Kläger Recht. Es gehöre zu den Aufgaben der Eingliederungshilfe, den Kläger in die Lage zu versetzen, am Vereinssport teilnehmen zu können. Die sportliche Betätigung in der Gemeinschaft eines Vereins gehöre in Deutschland zum normalen gesellschaftlichen Leben und diene somit dem Leben in der Gemeinschaft. Daher handele es sich um eine sozialadäquate Form der Freizeitgestaltung, die in besonderer Weise geeignet sei, die Inklusion zu fördern und Menschen mit Behinderung eine gleichberechtigte Teilhabe zu ermöglichen.

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